Das Tagungs- und Veranstaltungszentrum im Herzen von Leipzig

Seit November 2013 werden die Obergeschosse des einstmaligen Hôtel de Pologne als Bürofläche genutzt, u.a. auch durch die Gesundheitsforen Leipzig GmbH.

Die neu aufgesetzte Veranstaltungsetage, die durch die Hotel Michaelis GmbH verwaltet wird, bildet den oberen Abschluss des renovierten Gebäudes. Mit insgesamt fünf variablen Konferenzräumen, die mit modernster Technik ausgestattet sind, wird bis zu 150 Personen Platz geboten. Gekrönt wird das Haus von einer 170m² großen Dachterrasse.

Als „Salles de Pologne“ der Barock-, Schwanen- und ehemalige Kaminsaal für bis zu 1500 Gäste für eigene und externe Veranstaltungen zur Verfügung stehen.

Ein Haus mit glanzvoller Geschichte

  • Vom urigen Gasthof zum Luxushotel
  • Der Niedergang des Hotelbetriebs

In einer der ältesten Straßen im Herzen der Leipziger Innenstadt liegt des Hôtel de Pologne. Dessen Anfänge reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück. 1519 wohnte Luther während seiner Leipziger Disputationen im Gasthof „Zum Birnbaum“ – Räumlichkeiten in denen auch die Zeitgenossen Melchior Lotter oder Philipp Melanchthon unterkamen.

Erst im Jahre 1843 wurden die auf drei Grundstücke verteilten Häuser – so auch der benachbarte Gasthof „Zum Goldenen Adler“ – durch den engagierten Wirt C. A. Pusch zum Hôtel de Pologne zusammengefasst. König Stanislaus I. Leszczyński von Polen, der 1706 dort logierte, verhalf dem Hotel zu seinem wohlklingenden französischen Namen. Bereits damals verband ein zentraler Festsaal die Häuser.

Nachdem ein im Terpentinlager verursachter Brand den Gebäudekomplex 1846 fast vollständig zerstörte, begann ein Jahr später der Architekt C. A. E. Pötzsch einen Wiederaufbau im Stile des Spätklassizismus. Ob zur Messezeit, bei Bällen oder im Advent – das ganze Jahr über zogen die beiden klassizistischen Säle, die stets dem Anlass entsprechend dekoriert wurden, das Publikum an.

Da der Hotelbetrieb in der 1890er Jahren stetig anwuchs, gestaltete der Architekt Arwed Roßbach die Fassade im Stil der Paläste der florentinischen Renaissance grundlegend um. Für den einem Luxushotel entsprechenden Innenausbau wurde Ludwig Heim beauftragt – ein Architekt, der bereits durch den Bau des Grandhotels Bellevue in Berlin bekannt war. Neben einer imposanten Marmor-Freitreppe mit kunstgeschmiedetem Handlauf und dem großzügigen Lichthof stellten die zwei neobarocken Festsäle mit ihren opulenten Stuckarbeiten und Bemalungen sowie Leuchtern aus böhmischem Glas das Herzstück des Hotels dar. Seit seiner Wiedereröffnung als einheitliches Gebäude im Jahre 1848 war das Hôtel de Pologne eines der größten, prunkvollsten und vornehmsten Hotels im deutschen Raum, das bis 1917 Gäste aus aller Welt beherbergte. Mit 130 Zimmern auf fünf Etagen bot es nicht nur Residenz für Könige und Fürsten, sondern auch Berühmtheiten jener Zeit, wie Clara Wieck oder Richard Wagner. Zudem fanden wichtige Ereignisse, wie die Gründung der Zent-raleinkaufsgenossenschaft des Verbandes deutscher kaufmännischer Genossenschaften eGmbH, der heutigen EDEKA-Zentrale im Jahre 1907 darin statt.

Die Kriegswirren des 20. Jahrhunderts führten zum Niedergang des Hotelbetriebs. Die Nutzung der Räumlichkeiten veränderte sich stetig: Im I. Weltkrieg fungierte es zeitweise als Lazarett. Während der Weimarer Republik diente es als Österreichisches Messehaus, in dem sich u. a. auch das Kabarett „Nachtfalter“ befand.

Das Untergeschoss bot nun Raum für Gewerberäume. Im II. Weltkrieg beherbergte es kurzzeitig Soldaten und bot vergnügliche Zerstreuung im „Casino“ oder den später folgenden „Atrium“.

Zu Beginn der 1950er Jahre bis 1993 war das Gebäude Sitz des Leipziger Messeamtes. Der einstige Festsaal wurde hier zur betriebseigenen Kantine umfunktioniert. Nach elf Jahren Leerstand aufgrund ungeklärter Eigentumsverhältnisse und dem zunehmenden Verfall der oberen Etagen begann 2010 schließlich die umfangreiche, denkmalgerechte Sanierung. Die aufwändige Restauration des Prachtsaals, der eine Fläche von 250m² umfasst, stellte eine besondere Herausforderung dar. Hinter vielen Tonnen Schutt und unzähligen Farbschichten traten die imposanten Details und der Glanz alter Tage wieder zum Vorschein.